Info-Meldung Presse

Mehr Fürsorge und Wertschätzung für den Schichtdienst in der Polizei Niedersachsen

DPolG Niedersachsen erarbeitet Maßnahmenkatalog zur Gesunderhaltung und

Attraktivitätssteigerung

Der Schichtdienst ist in allen Berufsgruppen die Arbeitsform mit der stärksten Belastung der
Gesundheit und der sozialen Beziehungen.

Die Dienstzeiten beeinträchtigen wissenschaftlich belegt den Biorhythmus und schädigen
das Immunsystem. Berufskrankheiten wie Burnout, Rückenschäden, Schlafstörungen und
Migräne sind die Folge. Dazu kommen starke soziale Beeinträchtigungen im Familien- und
Freundeskreis durch diametrale Arbeitszeiten.


Die DPolG Niedersachsen fordert Innenminister Pistorius deshalb erneut auf, eine
deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen im Schichtdienst der Polizei des Landes
Niedersachsen zu ermöglichen.

 

Wir erwarten dazu:

1. Eine zusätzliche Vergütung der belastungsadäquaten Arbeitszeiten mit prozentualen  Zeitzuschlägen

- Dienstzeiten an Wochentagen von 18:00 Uhr – 02:00 Uhr
+ 15 % Zeitzuschlag, weil sozial beeinträchtigend

- Dienstzeiten an Wochentagen von 02:00 Uhr – 06:00 Uhr
+ 25% Zeitzuschlag, weil gesundheitsschädlich


- Dienstzeiten an Wochenenden und Feiertagen von 06:00 Uhr – 02:00 Uhr
+ 15 % Zeitzuschlag, weil sozial beeinträchtigend


- Dienstzeiten an Wochenenden und Feiertagen von 02:00 Uhr – 06:00 Uhr
+ 25 % Zeitzuschlag, weil gesundheitsschädlich


Gesundheitlich schädliche und sozial beeinträchtigende Dienstzeiten werden
prozentual anteilig höher ausgeglichen. Dadurch wird eine bessere Regeneration
ermöglicht und Krankheitsausfälle können minimiert werden.

2. Erhöhung der monatlichen Schichtdienstzulagen um 100 %, keine Erhöhung DuZ

Durch die Erhöhung der Schichtzulage erübrigt sich eine Verbesserung der Zulagen
für DuZ. Erfahrungen haben gezeigt, dass sich Schichtdienstleistende häufiger in
gesundheitsschädliche Dienste einteilen, um eine höhere Vergütung zu erreichen.
Das wäre mit einer Verdoppelung der Schichtzulage fürsorglich ausgeglichen.


3. Alle fünf Jahre Kostenerstattung für eine Präventivkur für Beamtinnen und Beamte ab dem 45. Lebensjahr

Wenn es schon nicht gelingt, über 50-jährige PVB/-innen in den Tagesdienst
umzusetzen, bedarf es zwingend einer gesundheitlichen Prävention und
Regeneration. Dies ist mit fest terminierten Kuren ansatzweise zu erreichen.


4. Einrichtung einer landesweiten Arbeitsgruppe zur Umsetzung dieses Kataloges


Wenn wir zu Organisationsveränderungen große Arbeitsgruppen einrichten, ist dies
für die wichtigste Ressource „Mensch“ zwingend ebenfalls erforderlich.


Die DPolG Niedersachsen erarbeitet derzeit einen umfassenden Maßnahmenkatalog
und wird diesen Innenminister Pistorius zur Abstimmung vorlegen.


Ziel muss es sein, die Rahmenbedingungen im Schichtdienst in dieser Polizei
Niedersachsen nachhaltig zu verbessern!


Der Geschäftsführende Landesvorstand