Aktuelles

DPolG fordert absolutes Feuerwerks- und Böllerverbot in der hannoverschen Innenstadt

Forderung nach Böllerverbot

Angesichts der Vorkommnisse der vergangenen Jahre, insbesondere der Silvesternacht 2017/2018, fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft Niedersachsen (DPolG) ein striktes Verbot des Abbrennens von Feuerwerkskörpern und Böllern in bestimmten Bereichen der Innenstadt von Hannover.

So äußerte sich der Landesvorsitzende der DPolG Alexander Zimbehl gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ):

Wir stellen leider in den vergangenen Jahren zunehmend fest, dass sich unter die friedlich Feiernden auch solche Personengruppen mischen, die kein anderes Ziel haben als Einsatzkräfte und vor allem Unbeteiligte mit Feuerwerkskörpern zu beschießen. Diese Attacken haben mittlerweile lebensbedrohliche Ausmaße angenommen. Aus unserer Sicht kann nur durch ein striktes Verbot solcher Feuerwerkskörper dieses unterbunden werden.“

Insbesondere bei den letzten beiden Jahreswechseln kam es in der hannoverschen Innenstadt zu teilweise besonders gefährlichen Szenen, nachdem durch einzelne Personen Böller in Menschenmengen geworfen und Raketen auf Passanten abgeschossen wurden. Hinzu kommt die Gefahr durch die immer weiter ansteigende Zahl illegaler Feuerwerkskörper, sogenannter Polenböller, in der Stadt. Darüber hinaus stellte die Silvesternacht 2018 auch in vielen anderen deutschen Großstädten, beispielsweise in Berlin, Leipzig und Stuttgart, einen neuen Höhepunkt der Gewalttaten gegen Einsatzkräfte dar.

„Unsere Einsatzkräfte sehen sich einer immer stärker zunehmenden Gefahr gegenüber, die von diesem direkten Beschuss ausgeht. Gleiches gilt für Einsatz- und Rettungskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst.“, so Zimbehl weiter. "Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter sind die, die zum Jahreswechsel nicht mit ihren Familien feiern können", mahnte Zimbehl, wies aber auch darauf hin, dass darüber hinaus in den vergangenen Jahren auch zunehmend unbeteiligte Personen gefährdet wurden. „Wenn wir feststellen, dass Familien mit Kindern – die genauso ein Anrecht darauf haben in der Silvesternacht zu feiern – sich ihrer Gesundheit nicht mehr sicher sein können, dann muss endlich etwas passieren.“

Die DPolG Niedersachsen fordert die Landeshauptstadt Hannover dazu auf, angesichts der nicht mehr weg zu diskutierenden deutlichen Zunahme dieser Gefahr, ein Feuerwerks- und Böllerverbot auszusprechen, dieses aber angemessen für bestimmte Straßenzüge zwischen Steintor, Aegidientorplatz, Kröpcke und Hauptbahnhof zu beschränken, um damit einen eigenen Schritt zu gehen, die Sicherheit für Einsatzkräfte und friedlich feiernde Menschen sicherzustellen. „Es ist bedauerlich, dass man sich mittlerweile über derartige Schritte deutliche Gedanken machen muss – anders scheint aber ein Ende der Gefahrenspirale nicht denkbar“, so Alexander Zimbehl.

Dabei ist der DPolG selbstverständlich bewusst, dass ein solches Verbot auch durchzusetzen und zu kontrollieren sein muss. „Wenn die Einsatzkräfte aber die Möglichkeit haben, noch direkter gegen Chaoten vorzugehen und ein Verstoß gegen ein solches Feuerwerksverbot beispielsweise durch empfindliche Bußgelder in der Konsequenz zu ahnden ist, besteht die Hoffnung, dass in den kommenden Jahren wieder deutlich friedlicher in der Innenstadt von Hannover gefeiert werden kann,“ so Zimbehl gegenüber der HAZ. „Darüber hinaus können Polizeikräfte, aber auch Kräfte des Ordnungsdienstes der Landeshauptstadt Hannover, bereits proaktiv tätig werden, wenn es zum Zünden von Feuerwerkskörpern kommt und müssen nicht erst dann mit gefahrenabwehrenden oder sogar strafverfolgenden Maßnahmen tätig werden, nachdem etwas passiert und jemand zu Schaden gekommen ist.“