Neueinstellungen an der Polizeiakademie
Fairer Wettbewerb der Gewerkschaften?
Zwei Einstellungstermine im Kalenderjahr bedeuten für uns als DPolG auch immer zwei neuerliche Prozesse, die Nachwuchsgewinnung an unseren Polizeiakademien nachzubereiten, vorzubereiten und zu organisieren.
Von Mitgliederwerbung spreche ich ganz bewusst nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Angebot, das überzeugte Freiwillige an noch relativ unwissende Freiwillige richten. Ohne Freistellungen, ohne Dienstzeit – sondern im Urlaub oder eben in der Freizeit.
Wir zeigen seit etlichen Jahren zu jedem Einstellungstermin bei dem „Tag der Gewerkschaften“ an den drei Studienorten Oldenburg, Nienburg und Hann. Münden auf, weshalb eine Mitgliedschaft in einer Polizeigewerkschaft sinnvoll sein kann und wofür die DPolG im Besonderen steht.
Soweit – so gut.
Hierbei stehen wir natürlich in einem Wettbewerb zu der anderen Polizeigewerkschaft. Wer Wettbewerb kennt, weiß, dass zu jedem Wettbewerb auch klare Spielregeln gehören, deren Einhaltung durch eine Instanz, eine Art Schiedsrichter, überwacht wird.
Auf klare Spielregeln haben wir uns, gemeinsam mit dem Schiedsrichter, nämlich der Polizeiakademie, bereits vor einigen Jahren geeinigt. Dass Spielregeln eingehalten werden, ist keine obsolete und freie Entscheidung, sondern ein Grundsatz der Gerechtigkeit.
Nun schlägt sich der Bogen zur Realität.
Die andere Polizeigewerkschaft, die sich gebetsmühlenartig als mahnende Stimme im Kampf für Chancengleichheit und Gerechtigkeit versucht, verteilt seit ungefähr einem Jahrzehnt zu jedem ersten Tag der neuen Studierenden an der Polizeiakademie Klemmbretter mit Werbematerial und einer Beitrittserklärung. Verteilen ist hierbei noch etwas unzutreffend ausgedrückt und klingt danach als wenn sich jeder etwas nehmen könnte, falls Interesse besteht. In Wahrheit liegen die Klemmbretter jedoch in den Studienräumen der Neuen auf jedem einzelnen Platz.
Absolut kein Geheimnis, denn im letzten Jahrzehnt wurden so einige Polizeikommissaranwärter und -anwärterinnen eingestellt, die selbst ein solches Klemmbrett vor sich liegen hatten.
Dass die Polizeiakademie ihrer Funktion als Überwacher der vereinbarten Spielregeln nicht nachkommt und einen fairen Wettbewerb unmöglich macht, ist indes nur eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite scheint hier gar ganz bewusst der Eindruck erweckt werden zu sollen, dass zwischen grüner Gewerkschaft und Polizeiakademie nicht zu unterscheiden ist.
Bei dem neuen Arbeitgeber gleich am ersten Tag eine (freiwillige) Beitrittserklärung zu erhalten, ist doch völlig normal, oder nicht?
Nein sagen kann man ja immer.
Wird schon keinen schlechten Eindruck machen.
Nun kann man sich wieder und wieder darüber ärgern, dass Spielregeln abermals einseitig aufgekündigt werden können und der Schiedsrichter seinen Job unangekündigt aufgegeben hat.
Noch bedauernswerter sind allerdings alle Kolleginnen und Kollegen, die sich zu jedem Einstellungstermin als Freiwillige ehrenamtlich in den Dienst ihrer Gewerkschaft stellen wollen und am Tag der Gewerkschaften vor Ort sind. Weil sie überzeugt davon sind, gut aufgehoben zu sein und auch den neuen Kolleginnen und Kollegen von ihren guten Erfahrungen mit ihrer Gewerkschaft berichten zu wollen. Ihnen wird an der Stelle leider kein fairer Wettbewerb zugestanden.
Sie alle wissen, dass sie bei einem Großteil der Studierenden deutlich zu spät kommen. Eine freie, unbeeinflusste Entscheidung, ob man überhaupt und wenn ja, in welche Gewerkschaft man eintreten soll, kann dann in Wahrheit eben nicht mehr von allen Studierenden getroffen werden.
Sie alle fahren dort dennoch hin und versuchen dennoch zu überzeugen.
Diese Courage, in diesem Wissen allen Widerständen zu trotzen, sich nicht entmutigen zu lassen und alles für die eigene Polizeigewerkschaft zu geben, ist es, die uns alle mit unglaublichem Stolz erfüllt.
Mit diesen Worten – einer Mischung aus Frust über den Ablauf des heutigen ersten Tags der neuen Studierenden und Dankbarkeit für euer Engagement – möchte ich einerseits auf diesen unfairen Wettbewerb, der allseits bekannt ist, jedoch bei jeder geeigneten Gelegenheit geleugnet wird, aber andererseits eben auch eure tollen Verdienste für die Gemeinschaft aufmerksam machen!
Im Namen all unserer Mitglieder: habt großen Dank!
All das auszusprechen, war einfach mal an der Zeit.
So kann es eben nicht weitergehen.
Wir plädieren für ein faires Miteinander!
„Wir fordern einen fairen Umgang untereinander - nun auch öffentlich. So, wie es unter den Kolleginnen und Kollegen überall im Land üblich ist und vorgelebt wird“
-Dennis Maschmeier
stellvertretender Landesvorsitzender
