Warnstreik Hannover
Teilnehmen bringt doch etwas - Unser Dirk war auch dabei!
"FRIIIIIIIIIH !!!"
Schrill durchschneidet eine Signalpfeife des dbb die eiskalte Luft dieses schneereichen 04. Februar 2026.
Auf Hannovers Schützenplatz stattet der dbb die Streikenden mit wärmenden Mützen und Signalpfeifen etc. aus, kurz mit allem, was warmhält und zum Krach machen geeignet ist. Mit Reisebussen treffen die Mitglieder der unterschiedlichsten Gewerkschaften ein, alle bei bester Laune und hinter so mancher kaltroten Nase funkeln erwartungsvolle, glückliche Augen.
Ja, WARNSTREIK, es ist so weit!
Ich heiße Dirk, bin Zivilkraftfahrer bei der PI Hameln-Pyrmont/Holzminden und treffe auf meine DPolG Kollegen, die nach einem heißen Tee für den 11 Uhr-Aufmarsch bereitstehen. Der Tross formiert sich und wir reihen uns mit unseren blauen Fahnen und Spruchbändern in die sich bildende Schlange der Streikenden ein. Die Menschen pfeifen, rasseln, sie machen auf ihre Forderungen aufmerksam. Forstbedienstete blasen auf ihren Jagdhörnern, die Stimmung nimmt Fahrt auf, es knistert! Vor der Staatskanzlei verharren wir, sind laut, unterstreichen so die Forderungen des dbb. Der lange Zug Streikender legt die Innenstadt teilweise lahm. Begleitet durch die Polizei geht es über rote Ampeln bis hin zum Ernst-August-Platz. Hautnah erleben wir, wie der Staat unsere im Grundgesetz verankerten Rechte sicherstellt, das ist wunderbar und lebendige Demokratie. Zur eigentlichen Kundgebung sind Alexander Zimbehl und Volker Geyer erschienen. Die Redner tragen die geforderten Ziele vor, berichten von den bisher gescheiterten Verhandlungen und dem Unverständnis der Arbeitgeber, die keine Gründe erkennen, einen leistungsfähigen ö.D. zu erhalten und diesen auch zu stärken. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, so findet die Kundgebung letztlich einen angenehmen Abschluss.
Auf der Bahnfahrt zurück, huschen scheinbar Häuser, Felder und Straßen am Fenster vorbei. Es mischen sich Eindrücke des Tages darunter. Unter den Rollgeräuschen der Bahn versinke ich gedanklich in die Anfänge der Gewerkschaften. Alles begann vor dem Ende der Kaiserzeit mit dem Matrosenaufstand. Wir müssen Errungenschaften wie Gewerkschaften und Streikrecht auch für unsere Nachfahren sichern und ausbauen. Das Schönste an diesem Tag: Wir Streikenden haben unsere Stärke gezeigt, vor allem aber, dass unsere Zukunft nicht etwa Willkür oder dem Zufall unterliegen darf.
Danke für diesen schönen und letztlich erfolgreichen Tag, danke DPolG (dbb).
Euer Dirk Ollesch


